Was ist Anbieter-Lock-in? | Anbieter-Lock-in und Cloud Computing

Ein Anbieter-Lock-in besteht, wenn jemand im Wesentlichen gezwungen ist, ein Produkt oder eine Dienstleistung unabhängig von der Qualität weiter zu verwenden, da ein Wechsel weg von diesem Produkt oder dieser Dienstleistung nicht praktikabel ist.

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Anbieter-Lock-in

Lernziele

Nach Lektüre dieses Artikels können Sie Folgendes:

  • Anbieter-Lock-in definieren
  • Verstehen, warum Anbieter-Lock-in beim Cloud Computing ein Risiko darstellt
  • Möglichkeiten zur Verringerung der Risiken des Anbieter-Lock-ins untersuchen

Was bedeutet „Anbieter-Lock-In“?

Ein Anbieter-Lock-in verweist auf eine Situation, in der die Kosten für den Wechsel zu einem anderen Anbieter so hoch sind, dass der Kunde im Wesentlichen beim ursprünglichen Lieferanten feststeckt. Aufgrund des finanziellen Drucks, unzureichenden Personals oder der Notwendigkeit, Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs zu verhindern, ist der Kunde „in etwas eingesperrt“, das gegebenenfalls ein minderwertiges Produkt oder ebensolche Dienstleistung ist.

Stellen Sie sich vor, ein Kaffeeverkäufer liefert Kaffee in ein Büro. Dieser Verkäufer benötigt bestimmte Kaffeemaschinen im Büro, die nur er selbst verkauft. Stellen Sie sich nun vor, dass die Qualität des Kaffees, den dieser Verkäufer liefert, stark abnimmt. Ein Wechsel zu einem neuen Kaffeeverkäufer würde bedeuten, dass die früher gekauften Maschinen unbrauchbar würden, da für den Wechsel wahrscheinlich neue Kaffeemaschinen gekauft werden müssten. Angesichts des Aufwandes und der zusätzlichen Kosten für den Austausch aller Kaffeemaschinen wären die Mitarbeiter des Büro effektiv an ihre Vereinbarung mit ihrem alten Verkäufer gebunden und gezwungen, minderwertigen Kaffee zu trinken.

Ein Beispiel aus dem realen Leben ist die Art und Weise, wie Apple Verbraucher zu Beginn des Dienstes zur Nutzung von iTunes gezwungen hat, da über iTunes gekaufte Musik nur in der iTunes-Anwendung oder auf einem iPod abgespielt werden konnte.

Was bedeutet Anbieter-Lock-in beim Cloud-Computing?

multicloud vendor lock-in

Beim Cloud-Computing wird ein Teil der Software oder Computerinfrastruktur zu einem Cloud-Anbieter ausgelagert, der sie als Dienst anbietet und über das Internet bereitstellt. Beispielsweise sind Cloud-gehostete Server Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Cloud-gehostete Anwendungen Software-as-a-Service (SaaS).

Manchmal findet sich ein Unternehmen an einen bestimmten Cloud-Anbieter gekettet wieder. Anbieter-Lock-in kann beim Cloud-Computing zum Problem werden, da es sehr schwierig ist, Datenbanken nach ihrer Einrichtung zu verschieben. Dies gilt insbesondere im Fall einer Cloud-Migration, bei der Daten in eine völlig andere Umgebung verschoben und möglicherweise neu formatiert werden müssen. Sobald die Software eines Drittanbieters in die Prozesse eines Unternehmens integriert ist, kann das Unternehmen von dieser Software abhängig werden.

Warum ist die Anbieter-Lock-in ein Problem?

Eine Reihe von Umständen kann sich negativ auf Unternehmen auswirken, wenn sie an einen bestimmten Cloud-Anbieter gekettet sind:

  • Auch wenn die Servicequalität eines Anbieters abnimmt oder noch nie den gewünschten Schwellenwert erreicht hat, bleibt dem Kunden keine Wahl
  • Der Anbieter kann sein Produktangebot auch drastisch ändern, so dass es die Anforderungen eines Unternehmens nicht mehr erfüllt
  • Ein Anbieter kann seine Geschäftstätigkeit ganz einstellen
  • Schließlich kann ein Anbieter massive Preiserhöhungen für den Dienst durchsetzen, da er weiß, dass seine Kunden an ihn gekettet sind

Insgesamt ist es für kein Unternehmen einfach, grundlegende, geschäftskritische Technologien an einen externen Anbieter zu verlagern, und es erfordert ein hohes Maß an Vertrauen in den Anbieter.

Wie können Unternehmen die Risiken des Anbieter-Lock-ins vermeiden?

  • Den Cloud-Dienst sorgfältig evaluieren: Unternehmen sollten einen Cloud-Anbieter gründlich recherchieren, bevor sie eine Verpflichtung eingehen, idealerweise mit einer Proof-of-Concept-Bereitstellung, um sicherzustellen, dass das Niveau ausreicht.
  • Sicherstellen, dass Daten problemlos verschoben werden können: Unternehmen, die Cloud Computing nutzen, sollten sich bemühen, ihre Daten portabel oder in einem Zustand zu halten, in dem sie einfach von einer Umgebung in eine andere verschoben werden können. Sie können dies teilweise tun, indem sie ihre Datenmodelle klar definieren und Daten anstatt in anbieterspezifischen Formaten in Formaten aufbewahren, die auf vielen Plattformen verwendet werden können.
  • Backups: Mithilfe des Speicherns interner Backups aller Daten bleibt ein Unternehmen in der Lage, die Daten anderswo zu hosten, wenn es zu schwierig oder zeitaufwändig ist, sie aus dem Cloud-Dienst zu extrahieren (das bietet außerdem einen gewissen Schutz vor Ransomware).
  • Multicloud- oder Hybrid-Cloud-Strategie: Ein Multicloud-Ansatz umfasst mehrere Cloud-Anbieter, was die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter verringert. In einer Hybrid-Cloud bleiben einige Daten entweder in einer Private Cloud unter der direkten Kontrolle eines Unternehmens oder werden lokal gespeichert.

Wie hilft Cloudflare dabei, das Anbieter-Lock-in zu verringern?

Der Einsatz der Cloud ist für die meisten modernen Unternehmen ein Muss. Cloudflare hilft zu verhindern, dass Unternehmen zu stark von einem Cloud-Anbieter abhängig werden.

Cloudflare ist infrastrukturunabhängig – Der Produkt-Stack von Cloudflare kann auf jeder Art von Infrastruktur mit jedem Cloud-Anbieter oder einer Kombination aus mehreren Anbietern bereitgestellt werden (einschließlich Multicloud- und Hybrid-Cloud-Bereitstellungen). Mit Cloudflare ist ein Unternehmen hinsichtlich Performance, Zuverlässigkeit und Sicherheitsdiensten nicht abhängig von den Anbietern der Cloud-Infrastruktur, kann sich leicht zwischen Cloud-Anbietern hin- und herbewegen und seinen Kunden dabei einen schnellen, zuverlässigen Service anbieten.