Was ist ein Social-Media-Bot? | Social-Media-Bot-Definition

Social-Media-Bots sind automatisierte Social-Media-Konten. Einige sind wohlwollend, aber die meisten werden zu böswilligen und manipulativen Zwecken eingesetzt.

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Social-Media-Bots

Lernziele

Nach Lektüre dieses Artikels können Sie Folgendes:

  • Sie verstehen, was ein Social-Media-Bot ist
  • Sie können die Unterschiede zwischen eine Social-Media-Bot und einem Chatbot erklären
  • Sie können einige häufige Ziele von Social-Media-Bots nennen
  • Sie können Strategien zur Identifizierung von Social-Media-Bots beschreiben

Was ist ein Social-Media-Bot?

Allgemein gesprochen handelt es sich bei Social-Media-Bots um automatisierte Programme zur Nutzung sozialer Medien. Diese Bots verhalten sich entweder teilweise oder vollständig autonom und sind oft so konzipiert, dass sie menschliche Benutzer imitieren. Obwohl es auch wohlwollende Social-Media-Bots gibt, werden viele Social-Media-Bots auf unredliche und schändliche Weise eingesetzt. Einige Schätzungen legen nahe, dass diese böswilligen Bots einen beträchtlichen Prozentsatz aller Konten in sozialen Medien ausmachen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Social-Media-Bot und einem Chatbot?

Auch wenn diese Begriffe manchmal synonym verwendet werden, sind Chatbots Bots, die unabhängig eine Konversation führen können, während Social-Media-Bots diese Fähigkeit nicht besitzen müssen. Chatbots sind in der Lage, auf Benutzereingaben zu reagieren, aber Social-Media-Bots müssen nicht „wissen“, wie sie sich unterhalten sollen. Tatsächlich kommunizieren viele Social-Media-Bots überhaupt nicht über Sprache; sie führen nur einfache Interaktionen durch, wie z. B. „Folgen“ und „Gefällt mir“.

Social-Media-Bots gibt es auch in viel größerem Umfang als Chatbots, da sie ein weniger hohes Maß an menschlichem Aufwand erfordern. Ein Chatbot erfordert oft eine Person oder sogar ein Team von Leuten, um seine Funktionalität zu erhalten. Im Unterschied dazu sind Social-Media-Bots viel einfacher zu verwalten, und oft werden Hunderte oder sogar Tausende von Social-Media-Bots von einer einzigen Person gesteuert.

Wofür werden Social-Media-Bots eingesetzt?

Einige Social-Media-Bots bieten nützliche Dienste, wie z. B. Wetter-Updates und Sportergebnisse. Diese „guten“ Social-Media-Bots sind eindeutig als solche gekennzeichnet, und die Menschen, die mit ihnen interagieren, wissen, dass es sich um Bots handelt. Eine große Anzahl von Social-Media-Bots sind jedoch böswillige Bots, die als menschliche Benutzer getarnt sind.

Böswillige Social-Media-Bots können für eine Reihe von Zwecken eingesetzt werden:

  • Künstliche Steigerung der Popularität einer Person oder Bewegung: Eine Person oder Organisation mit Millionen von Social-Media-Anhängern kann als wichtig oder einflussreich angesehen werden. Ein primärer Anwendungsfall von Social-Media-Bots ist die Förderung der scheinbaren Popularität anderer Konten. Diese Follower-Bots können auf dem Schwarzmarkt gekauft und verkauft werden, wobei überzeugendere Bots einen höheren Preis erzielen.
  • Einflussnahme auf Wahlen: Eine Studie von First Monday, einer von Experten begutachteten Zeitschrift, ergab, dass am Tag vor der US-Präsidentschaftswahl 2016 bis zu 20 % der politischen Diskussionen in den sozialen Medien von etwa 400.000 Social-Media-Bots generiert wurden.
  • Manipulation der Finanzmärkte: Social-Media-Bots können auch zur Beeinflussung der Finanzmärkte eingesetzt werden. Beispielsweise können Bot-Konten soziale Medien mit erfundenen guten oder schlechten Nachrichten über ein Unternehmen überfluten, um die Richtung der Aktienkurse zu manipulieren.
  • Verstärkung von Phishing-Angriffen: Phishing-Angriffe beruhen darauf, dass ein Angreifer das Vertrauen seines Opfers gewinnt. Gefälschte Follower und vorgetäuschtes Engagement in den sozialen Medien können dazu beitragen, ein Opfer davon zu überzeugen, dass der Betrüger vertrauenswürdig ist.
  • Verbreitung von Spam: Social-Media-Bots werden häufig für illegale Werbezwecke genutzt, indem sie das Social Web mit Links zu kommerziellen Websites bespammen.
  • Beeinträchtigung der Redefreiheit: Während der Bewegung des Arabischen Frühlings 2010–2012 nutzten Regierungsbehörden Twitter-Bots, um Social-Media-Feeds zu überlasten. Diese Bots wurden benutzt, um die Botschaften der Demonstranten und Aktivisten bewusst zu unterdrücken.

Bei wie vielen Social-Media-Konten handelt es sich tatsächlich um Social-Media-Bots?

Führungskräfte von Twitter haben vor dem amerikanischen Kongress ausgesagt, dass bis zu 5 % der Twitter-Konten von Bots betrieben werden. Experten, die Logarithmen zur Erkennung von Bot-Verhalten angewendet haben, haben festgestellt, dass die Zahl möglicherweise eher bei 15 % liegt. Diese Zahl dürfte auch für andere soziale Plattformen gelten.

Es ist nicht leicht, genau zu bestimmen, wie viele Social-Media-Konten Bot-Konten sind, da so viele der Bots darauf ausgelegt sind, Konten von echten Menschen zu imitieren. In vielen Fällen können Menschen Bot-Konten nicht von legitimen menschlichen Konten unterscheiden.

Wie kann man einen Social-Media-Bot von einem echten Benutzer unterscheiden?

Während einige Social-Media-Bots ganz offensichtlich nicht-menschliches Verhalten zeigen, gibt es keinen todsicheren Weg, anspruchsvollere Bot-Konten zu identifizieren. Eine Studie der School of Systems Engineering an der University of Reading ergab, dass 30 % der Personen in der Studie dazu gebracht werden konnten zu glauben, ein Social-Media-Bot-Konto würde zu einer echten Person gehören.

In einigen Fällen kann es sehr schwer sein, einen Bot zu erkennen. So verwenden einige Bots beispielsweise Konten von echten Benutzern, die zuvor von einem Angreifer gekapert wurden. Diese gekaperten Bot-Konten haben sehr überzeugende Bilder, Post-Historien und soziale Netzwerke. Tatsächlich kann sogar ein nicht gekapertes Konto ein echtes soziales Netzwerk schaffen: Eine Studie ergab, dass jeder fünfte Nutzer sozialer Medien Freundschaftsanfragen von Fremden immer akzeptiert.

Während einige der fortschrittlichsten Social-Media-Bots selbst für Experten schwer zu erkennen sind, gibt es einige Strategien, um weniger ausgeklügelte Bot-Konten zu identifizieren. Dazu gehören:

  • Durchführung einer umgekehrte Bildsuche für das Profilbild, um zu sehen, ob ein Foto von jemand anderem aus dem Internet verwendet wird.
  • Untersuchung der Zeitpunkte der Beiträge: Wenn die Beiträge zu Tageszeiten gepostet werden, die nicht mit der Zeitzone des vermeintlichen Kontoinhabers übereinstimmen, oder wenn jeden Tag alle paar Minuten gepostet wird, sind dies Anzeichen dafür, dass das Konto automatisiert ist.
  • Verwendung eines Bot-Erkennungsdienstes wie botcheck.me, der maschinelles Lernen zur Erkennung von Bot-Verhalten verwendet. Cloudflare Bot-Management nutzt ebenfalls maschinelles Lernen, um Bots zu identifizieren.

Wie kann man Social-Media-Bots stoppen?

Es gibt keine einfache Möglichkeit, böswillige Social-Media-Bots loszuwerden. Während einige Leute die Social-Media-Plattformen dazu auffordern, strengere Anforderungen für die Erstellung von Konten zu stellen, zögern die Plattformen aus folgenden Gründen, dies zu tun:

  • Es könnte einige legitime Benutzer daran hindern, sich anzumelden, und Social-Media-Unternehmen verwenden die Anzahl der Benutzerkonten als Maßstab für ihren Erfolg.
  • Für Aktivisten und Demonstranten in repressiven Staaten kann die Fähigkeit, bei der Erstellung eines Social-Media-Kontos eine gewisse Anonymität zu wahren, für ihr Überleben notwendig sein.
  • Da es keinen perfekten Test gibt, um zwischen Bots und echten Benutzern zu unterscheiden, könnten strengere Anforderungen für die Erstellung von Konten zu Unannehmlichkeiten für echte Benutzer führen, ohne dass Bots erfolgreich gestoppt werden. So wird beispielsweise diskutiert, ob CAPTCHAs eine gute Abwehrmaßnahme gegen Bots sind oder nicht, aber wir sind uns sicherlich alle einig, dass sie für Menschen nervig sind.

Auch wenn soziale Netzwerke mithilfe von Bot-Management-Lösungen in der Lage sind, einige der Bots zu blockieren, müssen Benutzer in sozialen Medien wachsam sein, da Social-Media-Bots ein Dauerproblem sind.